GerhardKern.de Ideologie- und Gesellschaftskritik

23.3.2014

Wo gesät, wird auch geerntet

Filed under: Privat — Gerhard A. Kern @ 18:58

Ukraine/Krim

Schwerpunkt in der Jungle World vom 20.März 2014

Der Schwerpunktartikel von Jörn Schulz befasst sich mit der Hassfigur der deutschen Volksseele, Wladimir Putin und stellt zunächst recht schlüssig die geopolitischen Interessen und Machtspielchen sowohl westlicher, aber zuvörderst auch östlicher Provenienz dar. Soweit so gut, obwohl und das darf man wohl anmerken, der Blickpunkt fast starr auf die Verfehlungen des östlichen Herrschaftsbereiches gerichtet ist. Da wird dem Despoten die klar definierte Schuld an der Krise in der Ukraine zugeordnet und die teils üblen und hinterhältigen Einflussnahmen des Westens durch seine Politiker mit ihren Vorfeldorganisationen auf das Geschehen in der Ukraine schon vor der sogenannten „orangenen Revolution“ werden nicht mal erwähnt. Täte man das, dann könnten wir die Toten und Verletzten in der Ukraine und die Annexion der Krim, sofern der Begriff berechtigt ist, als eine Folgeerscheinung der westlichen und kapitalistischen Einflussnahme bezeichnen. Hier beginnt die Ursachenforschung mit der Frage nach Huhn oder Ei.

Ziemlich daneben liegt für mich allerdings Ivo Bozic mit seinen Äußerungen, dass Kritiker an der politischen Belagerung der Ukraine durch den Westen einen Vergleich mit dem Umgang des Völkerrechtes der westlichen Kapitalisten nicht ziehen könnten. Ein solcher Vergleich sei mit „Abstand das Absurdeste“. Absurd ist es, wenn die gleichen Entscheider, die für frühere Völkerrechtsverstöße zuständig waren, heute den moralischen Zeigefinger erheben, wenn der politische oder militärische Gegner nun zu den gleichen Rechtsverstößen greift. Ich würde das Heuchelei nennen. Das heißt nicht, dass ich den Völkerrechtsbruch entschuldigen werde. Leider ist es jedoch so, dass keine der Staaten oder deren Lenker sich an dieses Recht hält wenn es aus seiner/ihrer Sicht geboten scheint.

Mit Sicherheit möchte ich hier keine russischen Verhältnisse, doch wenn es den Agitatoren in Europa ernst ist mit der Installation von demokratischen und freiheitlichen Verhältnissen und wenn sie einen drohenden Krieg ernsthaft verhindern wollen, dann sollten auch Hassprediger auf beiden Seiten verhindert werden. Die Krise muss mit allen Mitteln entschärft werden.

Kein Faschismus in Russland, der Ukraine und anderswo, kein Antisemitismus irgendwo!

21.3.2014

Die Herstellung von Volksmeinung

Filed under: Privat — Gerhard A. Kern @ 10:49

Seit Wochen, gar Monaten wird in den westlichen, hier besonders in den deutschen Medien zur Situation der Ukraine diskutiert. Deutlich erlebbar ist dabei, wie Meinung gemacht wird.

Psst Auch beim letzten Talk, moderiert durch Frau Maybritt Illner mit den Teilnehmern Martin Schulz, Katja Petrowskaja, Dietrich Genscher, Dietrich Wolffsohn und Wladimir Grinin, plusterten sich westliche “Experten” mit ihrer einseitigen Schuldzuweisung in Richtung Russland auf und vernachlässigten gröblich die Analyse der westlichen Ursächlichkeit des Konfliktes in dem osteuropäischen Land. Da lud man den russischen Botschafter in eine Runde, die mit unerträglicher Arroganz dem Gast aus Russland zu verstehen gab, dass er (der Botschafter) ein Aggressor, dass der russische Staatspräsident der Verursacher der beinahe militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine sei. Wobei immer wieder betont wurde, man müsse den Konflikt diplomatisch lösen. Die westlich dominierte Runde sprach ernsthaft von Völkerrecht, welches selbstverständlich von der russischen Regierung verletzt worden und bei Hinweisen von Seiten der Ostvertreter (nicht nur in dieser Runde), dass auch im Jugoslawienkrieg und nicht nur dort dieses Recht verletzt worden sei, aber in diesem Fall habe man ja drohenden Völkermord oder Ähnliches verhindern wollen. Der Westen nimmt sich das Recht Schutzfunktion für andere bedrohte Staatsbürger auszuüben, spricht dies aber arrogant den Russen ab. Wenn das keine peinlich Überheblichkeit ist, man könnte es auch Heuchelei nennen, was ist das denn für eine Diplomatie?

Die rechte, besser die faschistische Gefahr in der Ukraine wurde heruntergespielt und als Medienpropaganda des Osten bezeichnet. Der Sturz einer gewählten Regierung wird unisono als Revolution bezeichnet, was bestenfalls eine Revolte unterschiedlicher nicht nur emanzipatorischer Kräfte war. Die Gewalt auf dem “Maidan” sei von der Regierung ausgegangen, was objektiv fasch ist, da nicht sie Parlamentsgebäude besetzt oder beschädigt hat. Welche Kräfte die Toten und Verletzten verursacht haben, ist bis heute nicht geklärt, doch wird es blauäugig oder bewusst der ehemaligen Regierung angelastet. Siehe hierzu auch: http://de.ria.ru/post_soviet_space/20140321/268083993.html

Auch die Darstellung von Michael Wolffsohn, dass der Raketenabwehrschirm nicht die Russen, sondern eben nur die Gefahr aus dem Iran abwehren soll, ist zumindest erklärungsbedürftig. Selbst wenn es das hehre Ziel der Nato gewesen ist (das kann man glauben oder auch nicht), so kann doch auf gar keinen Fall die Besorgnis der Russen außer Acht gelassen werden, dass es sich um ein Bedrohungspotential für sie handeln könnte. Man sollte den Einfluss von psychologischen Aspekten in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen, wie man das aus der Wirtschaft kennt. Schließlich hat Russland nicht gerade friedliche Aktionen oder Agitation gegen seine Bevölkerung insbesondere durch die Nazifaschisten erlebt.

Im Übrigen sei auch noch darauf verwiesen, dass schon die sogenannte “orangene Revolution” ein Ergebnis westlicher Einflussnahme war, hier besonders auch durch diverse parteinahe Stiftungen aus Deutschland; was vielleicht auch verständlich macht, warum eine tiefe Sorge um die sogenannte Gasprinzessin gerade in diesem Lande geradezu gepflegt wird. Man greift durch Medienpropaganda ungeniert in andere Justizsysteme ein würde sich aber mit erhobenem Zeigefinger verwahren, wenn dies die Russen auch täten.

Man kann Demokratie, die den Namen verdient, nicht herbei bomben oder mit Hilfe von Erpressung einsetzen, wie man das auf verschiedenen Schauplätzen dieser Erde ganz gut feststellen kann.

7.3.2014

Ukraine: Dichtung und/oder Wahrheit?

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 00:50

 

Ich hielte es für sinnvoll, dass die partielle „Weltgemeinschaft“, besser vielleicht die kapitalistische, klipp und klar formuliert was sie wirklich will. Es geht doch um die Eroberung von Absatzmärkten und um geostrategische Vorteilsnahme. Das könnten Europäer und Amerikaner sagen und es wäre ehrlich. Das Geschwätz von „Demokratie“ und dem „Willen des Volkes“ wäre einfach überflüssig

Wenn derzeit von westlicher Seite behauptet wird, dass die „Besetzung“ der Krim durch die Russen völkerrechtswidrig sei, so zeigt das nur die Verschleierungstaktik der sogenannten demokratischen Politiker, ganz vorne dabei die deutschen. Allein, ihre Diplomatie ist grobschlächtig bis dumm, weil sie durchsichtig einen Krieg anheizt. Man kann nicht von Diplomatie sprechen, wenn die versammelten EU Außenminister den Russen Sanktionen androhen und die NATO indirekt mit militärische Gewalt droht.

„Viele Völkerrechtler sind der Ansicht, dass die NATO dem in Artikel 2 Abs. 4 der UN-Charta formulierten Gewaltverbot zuwidergehandelt habe und der Angriffskrieg gegen Jugoslawien völkerrechtswidrig gewesen sei.“ Zitat aus Wikipedia!

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