GerhardKern.de Ideologie- und Gesellschaftskritik

17.12.2016

2016

Filed under: Politik,Privat — Gerhard A. Kern @ 17:58

2016
Das Jahr hat es in vieler Hinsicht „in sich“.
Bedingt durch unseren schon in 2015 initiiertem Bereich „Mensch& Kultur“ blieb die Pflege des Kern-Blog’s „Ideologie und Gesellschaftskritik“ vernachlässigt. Obwohl gerade in letzter Zeit eine große Notwendigkeit bestand zu dieser oder jener gesellschaftlichen Entwicklung Stellung zu beziehen. „Mensch & Kultur“ veranstaltete dafür Vorträge und Diskussionen zu den Themen „Selbstbestimmung und Würde des Menschen – Versprechen oder Wirklichkeit“ mit der Psychologin Aristoula und dem Soziologen Christian Papapopoulos, „Welche Gesellschaft wollen wir?“ mit der Bundestagsabgeordneten von Bündnis90/Die Grünen Corinna Rüffer, „Der Mensch – Ein biologischer Roboter, Eine Kritik des evolutionären Humanismus“ mit dem Politologen Peter Bierl, „Care-Revolution, Wege in eine solidarische Geellschaft“, mit der Prof. Dr. Gabriele Winker, „Und weil der Mensch ein Mensch ist – Aber was hat das mit behinderten und alten Menschen zu ?“ mit dem Papadopoulos-Duo und als Abschluß ein Schauspiel-Monolog mit Christian Wirmer zum „LENZ“ von Büchner.
Diese Tätigkeiten und kurze Stellungnahmen zu dem Flüchten und den Wanderungen von Menschen aus Notgebieten und die teils hässlichen Kontroversen auf Facebook zu den politischen Standpunkten haben auch zur Vernachlässigung des Kern-Blos geführt. Ich gelobe Besserung und Selbstkritik und habe somit einen guten Vorsatz für 2017.
Meine ganz persönliche Stellung zur „Flüchtlingspolitik“, deren Begrifflichkeit derzeit debattiert wird, hier nun in aller Kürze, wobei jeder Satz auch diskutiert werden kann.
Der Gestus der „Willkommenskultur“ ist m.E. ein kluger Schachzug der Staatsführung, dessen Sinn wohl kommerzielle „Gesundung“ der Nation im Gefüge einer globalisierten Welt ist. Wirtschaftlich potente Staaten/Nationen sind die Voraussetzung in der ersten „Weltmachtliga“ mitzuspielen. Man heißt die Flüchtenden oder Wandernden willkommen, aber nur wenn sie gut fürs Geschäft sind. Die jene Voraussetzungen, wie Bildung, Geld, Integrations- und Arbeitswilligkeit nicht mitbringen, werden gnadenlos abgeschoben, womit der Anspuch der Humanität sich als Heuchelei entlarvt. Was man wirklich will ist ein gut funktionierendes kapitalistisches System, nicht mehr und nicht weniger.
Die so genannten progressiven Kräfte, auch „Gutmenschen“ genannt, nehmen solcherlei Tatsachen gar nicht wahr und setzen sich über alle rationalen Einwände weg und pflegen mit allen Mitteln ihr christliches Mitleidscredo und argumentieren mit „Werten“, die es in Europa so nicht gibt, die bestenfalls angestrebt werden. Welches dann die richtigen Werte sind, das wissen die Nationalkulturen immer anm besten und wollen diese, ihre Kultur/Werte den anderen Nationen aufzwingen. Es wird gar nicht diskutiert, es wird in guter autoritärer Tradition bestimmt.
Aber auch die konservativen bis rechten Kräfte (Rechts und Links trifft sich immer in der Mitte und die ist immer nach beiden Seiten offen) übersehen geflissentlich die Tatsache, dass es eine Völkerwanderung gibt, die wahrscheinlich noch Jahrzehnte anhalten wird und selbst Grenzen können das nicht aufhalten. Die wandernden oder flüchtenden Menschen wollen Sicherheit, Reichtum und Glück, genau wie jeder Einheimische oder wie die Eingeborenen auch immer genannt werden.
Es grenzt schon an Debilität, wenn die gegensätzlichen Standpunkte mit einer unerträglichen Ansammlung von Hass und Hetze bis hin zu Mord- oder Todesdrohungen untermauert werden.
Vielleicht sind ja die Kassandra-Rufe, welche derzeit vor einem neuen Faschismus warnen, berechtigt und wir sollten bei den politischen Entwicklungen genauer hinsehen und faschistoide Anzeichen benennen und diskutieren.
Meine Hoffnung geht jedenfalls in die Richtung einer selbstkritischen freiheitsliebenden Gesellschaft, die den Anspruch der Humanität in der globalisierten Welt realisieren will.

23.3.2014

Wo gesät, wird auch geerntet

Filed under: Privat — Gerhard A. Kern @ 18:58

Ukraine/Krim

Schwerpunkt in der Jungle World vom 20.März 2014

Der Schwerpunktartikel von Jörn Schulz befasst sich mit der Hassfigur der deutschen Volksseele, Wladimir Putin und stellt zunächst recht schlüssig die geopolitischen Interessen und Machtspielchen sowohl westlicher, aber zuvörderst auch östlicher Provenienz dar. Soweit so gut, obwohl und das darf man wohl anmerken, der Blickpunkt fast starr auf die Verfehlungen des östlichen Herrschaftsbereiches gerichtet ist. Da wird dem Despoten die klar definierte Schuld an der Krise in der Ukraine zugeordnet und die teils üblen und hinterhältigen Einflussnahmen des Westens durch seine Politiker mit ihren Vorfeldorganisationen auf das Geschehen in der Ukraine schon vor der sogenannten „orangenen Revolution“ werden nicht mal erwähnt. Täte man das, dann könnten wir die Toten und Verletzten in der Ukraine und die Annexion der Krim, sofern der Begriff berechtigt ist, als eine Folgeerscheinung der westlichen und kapitalistischen Einflussnahme bezeichnen. Hier beginnt die Ursachenforschung mit der Frage nach Huhn oder Ei.

Ziemlich daneben liegt für mich allerdings Ivo Bozic mit seinen Äußerungen, dass Kritiker an der politischen Belagerung der Ukraine durch den Westen einen Vergleich mit dem Umgang des Völkerrechtes der westlichen Kapitalisten nicht ziehen könnten. Ein solcher Vergleich sei mit „Abstand das Absurdeste“. Absurd ist es, wenn die gleichen Entscheider, die für frühere Völkerrechtsverstöße zuständig waren, heute den moralischen Zeigefinger erheben, wenn der politische oder militärische Gegner nun zu den gleichen Rechtsverstößen greift. Ich würde das Heuchelei nennen. Das heißt nicht, dass ich den Völkerrechtsbruch entschuldigen werde. Leider ist es jedoch so, dass keine der Staaten oder deren Lenker sich an dieses Recht hält wenn es aus seiner/ihrer Sicht geboten scheint.

Mit Sicherheit möchte ich hier keine russischen Verhältnisse, doch wenn es den Agitatoren in Europa ernst ist mit der Installation von demokratischen und freiheitlichen Verhältnissen und wenn sie einen drohenden Krieg ernsthaft verhindern wollen, dann sollten auch Hassprediger auf beiden Seiten verhindert werden. Die Krise muss mit allen Mitteln entschärft werden.

Kein Faschismus in Russland, der Ukraine und anderswo, kein Antisemitismus irgendwo!

21.3.2014

Die Herstellung von Volksmeinung

Filed under: Privat — Gerhard A. Kern @ 10:49

Seit Wochen, gar Monaten wird in den westlichen, hier besonders in den deutschen Medien zur Situation der Ukraine diskutiert. Deutlich erlebbar ist dabei, wie Meinung gemacht wird.

Psst Auch beim letzten Talk, moderiert durch Frau Maybritt Illner mit den Teilnehmern Martin Schulz, Katja Petrowskaja, Dietrich Genscher, Dietrich Wolffsohn und Wladimir Grinin, plusterten sich westliche “Experten” mit ihrer einseitigen Schuldzuweisung in Richtung Russland auf und vernachlässigten gröblich die Analyse der westlichen Ursächlichkeit des Konfliktes in dem osteuropäischen Land. Da lud man den russischen Botschafter in eine Runde, die mit unerträglicher Arroganz dem Gast aus Russland zu verstehen gab, dass er (der Botschafter) ein Aggressor, dass der russische Staatspräsident der Verursacher der beinahe militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine sei. Wobei immer wieder betont wurde, man müsse den Konflikt diplomatisch lösen. Die westlich dominierte Runde sprach ernsthaft von Völkerrecht, welches selbstverständlich von der russischen Regierung verletzt worden und bei Hinweisen von Seiten der Ostvertreter (nicht nur in dieser Runde), dass auch im Jugoslawienkrieg und nicht nur dort dieses Recht verletzt worden sei, aber in diesem Fall habe man ja drohenden Völkermord oder Ähnliches verhindern wollen. Der Westen nimmt sich das Recht Schutzfunktion für andere bedrohte Staatsbürger auszuüben, spricht dies aber arrogant den Russen ab. Wenn das keine peinlich Überheblichkeit ist, man könnte es auch Heuchelei nennen, was ist das denn für eine Diplomatie?

Die rechte, besser die faschistische Gefahr in der Ukraine wurde heruntergespielt und als Medienpropaganda des Osten bezeichnet. Der Sturz einer gewählten Regierung wird unisono als Revolution bezeichnet, was bestenfalls eine Revolte unterschiedlicher nicht nur emanzipatorischer Kräfte war. Die Gewalt auf dem “Maidan” sei von der Regierung ausgegangen, was objektiv fasch ist, da nicht sie Parlamentsgebäude besetzt oder beschädigt hat. Welche Kräfte die Toten und Verletzten verursacht haben, ist bis heute nicht geklärt, doch wird es blauäugig oder bewusst der ehemaligen Regierung angelastet. Siehe hierzu auch: http://de.ria.ru/post_soviet_space/20140321/268083993.html

Auch die Darstellung von Michael Wolffsohn, dass der Raketenabwehrschirm nicht die Russen, sondern eben nur die Gefahr aus dem Iran abwehren soll, ist zumindest erklärungsbedürftig. Selbst wenn es das hehre Ziel der Nato gewesen ist (das kann man glauben oder auch nicht), so kann doch auf gar keinen Fall die Besorgnis der Russen außer Acht gelassen werden, dass es sich um ein Bedrohungspotential für sie handeln könnte. Man sollte den Einfluss von psychologischen Aspekten in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen, wie man das aus der Wirtschaft kennt. Schließlich hat Russland nicht gerade friedliche Aktionen oder Agitation gegen seine Bevölkerung insbesondere durch die Nazifaschisten erlebt.

Im Übrigen sei auch noch darauf verwiesen, dass schon die sogenannte “orangene Revolution” ein Ergebnis westlicher Einflussnahme war, hier besonders auch durch diverse parteinahe Stiftungen aus Deutschland; was vielleicht auch verständlich macht, warum eine tiefe Sorge um die sogenannte Gasprinzessin gerade in diesem Lande geradezu gepflegt wird. Man greift durch Medienpropaganda ungeniert in andere Justizsysteme ein würde sich aber mit erhobenem Zeigefinger verwahren, wenn dies die Russen auch täten.

Man kann Demokratie, die den Namen verdient, nicht herbei bomben oder mit Hilfe von Erpressung einsetzen, wie man das auf verschiedenen Schauplätzen dieser Erde ganz gut feststellen kann.

15.1.2014

Kerniger Jahrestag

Filed under: Privat — Gerhard A. Kern @ 15:50

Vor 73 Jahren hatte ich wohl das dringende Bedürfnis aus dem Schutzraum zu verschwinden den mir Adelheid Kern (Engel), meine Mutter, für 9 Monate zur Verfügung gestellt hatte. Ich weiß nicht mehr ob es mein Wille war oder der Trieb aus dem zu eng gewordenen Gefäß zu fliehen; hinein in eine Welt, die mir ganz und gar unbekannt war. Vielleicht hatte ich zuvor ein paar Geräusche, Stimmen oder auch andere mehr oder weniger wohltuende akustische Signale vernommen. Es war ein Mittwoch am 15. Januar 1941 in einem Krankenhaus in Wiesbaden.

Gerdsche 1941Gerd’sche 1941

Mein Vater, der Unteroffizier Gerhard Friederich Kern war in der Kurstadt stationiert, daher der merkwürdige Ort. Nun kann man ganz bestimmt nicht sagen, dass das Krankenhaus ein Wohlfühlort war, den ich da erblickte. Jedenfalls hat mir der Anblick meiner durchaus schönen Mutter sehr wohl gefallen. Sehr bald zog ich dann mit Hilfe von ihr (Mütter hießen damals Mutti) in den Ort meiner frühen Kindheit ins Haus meiner sehr geliebten Großmutter Katharina Kern nach Segendorf bei Neuwied am Rhein und durfte dort eine Familie erleben, die von starken Frauen organisiert wurde. Als Sohn hatte ich einen Sonderstatus und ich wurde entsprechend verwöhnt, denn Männer hatten zu jener einen gewissen Mehrwert. Irgendwann nach dem Versuch des selbstständigen Sitzens und Krabbelns auf allen Vieren, stand ich dann aufrecht und versucht die Tischplatte zu überschauen. In diese Zeit fielen auch die Versuche den mit Holz und Kohle geheizten Küchenofen zu erkunden, was Entsetzenschreie der Frauen und heftige Schmerzen an den kleinen “Männerhänden” zur Folge hatte. Ich wurde gut gefüttert, was gewisse Rundungen zur Folge hatte und manchmal zu Widerstand gegen die Familiengewalt in Form von Nahrungsverweigerung führte. Danach habe ich mich dann aber trotzdem noch weiter entwickelt, wurde 175 cm groß und 75 – 80 kg +/- schwer geworden.

Weiteres folgt demnächst.

 

 

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