Stuttgart 21 + die Demokratie

EremitNun geht es also aufwärts mit der Demokratie. In Stuttgart ist etwas geschehen, was man bisher nicht für möglich hielt: Der Bürger/die Bürgerin protestiert, geht auf die Strasse und läßt sich von Wasserwerfern nass spritzen. Es geht um einen Kopfbahnhof und um Bäume und Käfer, die man erhalten will. Da zeigt man Flagge und steht wie ein Bollwerk gegen die Regierung. Für Heimat und Natur geht der Deutsche auf die Straße und zwar alt und jung, arm und reich, Kapitalisten und Arbeitnehmer. Zwar ist man etwas spät dran, aber vielleicht läßt sich ja doch noch etwas verhindern; auch wenn’s so oder so richtig teuer wird.

Nun wird verhandelt, was ich gut finde und denke, ob sich so was auch organisieren ließe, wenns um den Atommüll geht oder sagen wir mal um den Erhalt der Lebensqualität der aus dem Erwerbsleben verdrängten, dem sogenannten Prekariat?

Ob die Öffentlichkeit sich wegen der Brutalität des Polizeieinsatzes gegen die Linksautonomen oder die 1. Mai Demonstranten erregen würde? Ob der Herr Geißler oder eine ähnlich wichtige Figur aus dem Establishment  dann auch zu einem runden Tisch aufrufen würde?  Nur mal so; um auch die sicher sehr unbequemen Fragen der radikalen Linken ins Licht der Öffentlichkeit zu heben.

Dann, ja dann wären wir auf dem Weg in eine Basis-Demokratie, die auch den Namen verdiente. Aber ALG II Empfänger/innen sind keine Kopfbahnhöfe, keine Parkbäume und auch keine Juchtenkäfer; letztere schließlich gehören zur Natur und Heimat und beide haben hierzulande allemal Vorfahrt.

Sollten tatsächlich Leser_innen dieses Blogs an Sachfragen zu pro & contra von „Stuttgart 21“ interessiert sein, so empfehle ich diese Überlegung!

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Ein reiches Land schiebt ab

Heute erreichte mich die folgende Pressemitteilung, die ich gern hier bekannt mache.

Wenn Sie können, unterstützen Sie Frau Moreni und ihre Kinder:

PRESSEMITTEILUNG

Frau Moreni wurde am 4. November 2008 nach 17 jährigem Aufenthalt in Deutschland mit ihren drei Kindern in den Kosovo abgeschoben.

Im September 2010 erreichte Herr Schuh ein Brief von der Tochter der Familie, den wir im Einverständnis der Familie an die Presse weiterleiten möchten.

Der Brief

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Deutsches Vorzeigeunternehmen zeigt Moral – Die Deutsche Bahn

In letzter Zeit wurde viel über die Leistungsträger des deutschen Staates diskutiert. Gemeint waren nicht Putzmänner- oder Frauen, sondern Manager oder Konzernleitungen. Eine der Konzentrationen von Lichtgestalten, die den deutschen Staat zu dem machen, was er ist, hat nun echte deutsche Moral bewiesen. In einer beispiellosen Großzügigkeit will die Deutsche Bahn nun die noch lebenden Opfer der „Reichsbahn“-Deportation entschädigen. Was für sie dabei herauskommt lesen Sie hier!

Jedenfalls ist zu hoffen, dass diese Geste der Welt beweist, dass Teile der Creme de la Creme der deutschen Wirtschaft mehr sind als raffgierige Profiteure.

Daher noch mal: „Wir sind Deutschland“ oder „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“.

Gartenzwerg

Ist doch klar, oder?

 

 

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2. Bundesjugendtreffen Terne Sinti & Roma in Göttingen und Duderstadt

Hier ist die Einladung.

Ich wünsche gutes Gelingen und ganz viele Besucher_innen!

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Sarrazin und kein Ende?

Sarrazin

Jetzt mischen sie alle mit. Es ist kaum zu verstehen, was an den Auslassungen des Herrn Sarrazin so reizvoll ist, dass die meisten Männer und einige Frauen gleich sämtliche Hosen fallen lassen. Was da an Hasspotential entwickelt und an mehr oder weniger intelligenten Sprüchen geklopft wird, das kann nur noch verwundern. Oder vielleicht doch nicht? Der Mann hat ja offensichlich geschrieben, was dem Deutschen so auf der Seele brennt. „Deutschland schafft sich ab“ schrieb er. Ja und? Wäre es denn nicht wunderbar? Dieses Land könnte zum Schmelztiegel der Kulturen werden; das Germanische würde dabei sein können und wäre so relativiert, wie es ihm gebührte.

Es mag ja sein, dass auch Wahres beim Hexer* entfleucht ist, sicher ist aber auch, dass die Mottenkiste der Wissenschaft bemüht wurde und viele die Second Hand Ware doch noch ganz brauchbar fanden.

Irgendwie erinnert mich das Ganze an den berühmten Schwetterlingsflügelschlag, der den Hurrican ausgelöst haben soll. Ein Furz aus einem Hintern vernebelt den ganzen Raum und kriecht aus allen Ritzen. Deutschland stinkt und zwar wie schon lange nicht mehr. Anders herum könnte man auch es sagen, es duftet, wie es tatsächlich ist und Duft kann auch unerträglich sein. Daher hat das mit dem Abschaffen durchaus seinen Reiz.

*Hendrik Broder sprach von Hexenjagd

Zeichnung: Hexenmeister von Wilibald von Schulenburg

Ein Freund machte mich auf den sehr lesenswerten Beitrag aus den Blättern für deutsche und internationale Politik von Albrecht von Lucke aufmerksam: Hier klicken

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Kritik, oder Synergien schaffen?

Nach einigen zustimmenden und auch sonst positiven Reaktionen, die direkt an den Schwerpunktorganisator gesandt wurden, kam nun (in Contraste Nr. 310/311) die Reaktion von den Herausgeber/innen des Sammelbandes „Antiziganistische Zustände“ mit einer kritischen Stellungnahme. Ich begrüße die Kritik sehr und verspreche den Schreibern, der Schreiberin ihren Ansatz sehr ernst zu nehmen und es würde mich freuen, wenn in der hoffentlich nun stattfindenden Auseinandersetzung möglichst viel Erkenntnisgewinn für die Kontrahenten und Kontrahentinnen, aber auch für die Leser_innen dieser Zeitschrift herauskommen würde. Nicht in dem Sinne, das jene, welche die Definitionsmacht derzeit besitzen, ihren Machtvorsprung ausweiten, sondern, dass er dazu beiträgt Fehler in der Erkenntnis zu verhindern und alle Beteiligten damit ein Stück weiter zu bringen.

 

Da nun die Zeitschrift für Selbstorganisation meine Replik auf die Stellungnahme nicht in den folgenden Ausgaben bringen kann oder will, gebe ich den Interessierten die Möglichkeit den voräufigen Diskussionsstand zur Kenntnis zu nehmen. Die Links führen zu den Beiträger der Kontrahen_innen.

kommentar-zu-contraste-mai-2010.pdf

gedanken-zum-kommentar.pdf

replik-antiziganismus.pdf

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Schneeberger zum 100. von Django Reinhardt

Beim Jazz-Festival am 29.05. spielten Joschi Schneeberger (Bassist), sein Sohn Diknu (Gitarre,Hans-Koller Preisträger – Talent Of The Year) mit Robert Schönherr (Piano), Martin Spitzer (Gitarre) und Toni Mühlhofer (Percussion) zum 100. Geburtstag von Django Reinhardt ein mitreissendes Konzert der Extraklasse.

Schneeberger zum 100. von Django Reinhardt

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Kalderasch, Xoraxané, Manusch, Jat, Roma, Gypsies

Ihr Name ist Mensch

CONTRASTE, die Monatszeitung für Selbstorganisation bringt auf 4 1/2 Seiten wissenschaftliche und aktuelle Berichte über die Roma in Europa. Eine seit Jahrhunderten und bis heute verfolgte Minderheit sollte unserer Solidarität sicher sein können. Hierzu braucht es noch viel permanente Aufklärung und vor allen das Miteinander mit ihnen.

 

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Beiträge:

Gerhard Kern: Ihr Name ist Mensch

Birgit Seemann: Eine deutsche Minderheit

Tobias Marx: Roma auf der ganzen Welt

Dirk Auer: Roma die vergessenen Verlierer

Jaques Dellfeld: Defekt der Mehrheitsgesellschaft

 

In der nächsten Ausgabe folgt dann von

Harika Dauth: Glücksökonomie bei Roma/Zigeunergruppen

 

Sie erhalten die Maiausgabe bei Postfach 104520 in 69035 Heidelberg oder unter contraste@online.de für € 4,50 plus Porto.

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Der Roma-Tag

Roma-Flagge  Am 8. April vor 35 Jahren fand in England das erste internationale Roma-Treffen statt.

Denken wir einen Tag lang nach über die Roma. Es ist zwar wie der berühmte Tropfen auf den heissen Stein. Dennoch macht es Sinn. Was haben wir mit den Roma zu tun? Was bedeutet für uns diese Minderheit in den westlichen Gesellschaften?

Der 8. April ist einer dieser aufgesetzten Gedenktage. Aber er ist nun mal da und gibt die Gelegenheit unsere aufgeklärten und demokratischen Verfassungen zu hinterfragen. Kann sich eine Gesellschaft als aufgeklärt oder demokratisch bezeichnen, wenn sie wie explizit an den Roma seit hunderten von Jahren unglaubliche Verbrechen vollbringt, wenn diese Gesellschaft nicht ertragen kann/will, dass diese Menschen ein anderes Kultur- und Zivilisationsverständnis haben?

Roma sollen werden, wie die Menschen der Mehrheitsgesellschaft. Sie sollen sich anpassen an die Normen und die Eigenarten, bis hin zur Gesichtslosigkeit. Den Anderen will man nicht wahrhaben; am liebsten vernichten, wie in einigen europäischen Ländern bis heute erlebbar ist.

Europa scheint erbarmungslos, wenn es um die Sinti und Roma geht. Warum nur lassen wir ihnen nicht ihre Kultur, ihr Alltagsleben? Das ist die Frage.

Die Europäer (von anderen Weltregionen weiß ich nicht genug) müssen sich daran messen lassen, wie sie mit dieser Minderheit umgehen; wie Deutschland mit den Roma aus den ehemaligen jugoslawischen Staaten verfährt, deren Aufenthalt hier nicht gesichert ist und die abgeschoben werden sollen, in Länder in denen ein zivilisiertes Leben gar nicht möglich ist.

Wo ist die gegenseitige Hilfe, die uns als freiheitlich orientierte Demokraten und Demokratinnen so auszeichnen soll.

Wie gesagt, ein Tag des Nachdenkens kann die Verhältnisse nicht ändern, aber vielleicht ein Anstoß zum Weiterdenken und solidarischen Handeln sein.

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Aufruf zur Demonstration am 08.05.2010 in Karlsruhe

„Bleiberecht für Roma! Wer bleiben will, soll bleiben!“

Aufruf

Wir möchten Sie auf eine Demonstration, die am Samstag, den 8. Mai 2010 in Karlsruhe stattfinden wird, aufmerksam machen. Das zentrale Anliegen der Demonstration ist das Eintreten für ein Bleiberecht der aus dem Balkan vertriebenen und verfolgten Gruppe der Roma-Minderheiten. Mit der Unterzeichnung eines Rückübernahmeabkommens am 14. April 2010 mit dem Kosovo, droht 15.000 Menschen, darunter 11.000 Angehörige der Roma-Minderheiten die zwangsweise „Rückführung“ aus Deutschland. Obwohl die tatsächliche wirtschaftliche und fehlende rechtsstaatliche, wie auch die politische, teilweise rassistisch aufgeladene Situation im Kosovo den offiziellen Verlautbarungen der Bundesregierung widersprechen, verfolgt diese nur ein Ziel: die Abschiebung. Die absolute Mehrheit der betroffenen Roma lebt schon 8 und mehr Jahre in Deutschland. Die Hälfte sind Kinder und Jugendliche, viele hier geboren. Die Folgen dieser erneuten Vertreibungspolitik, denen die Menschen durch das Abkommen ausgesetzt sind, sind Abschiebungen ins Elend, die Weiterwanderung ins Unbekannte, Illegalisierung, da viele aus Angst vor einer Abschiebung abtauchen werden und eine Kriminalisierung unschuldiger Menschen durch die Abschiebehaft und die Abschiebung selbst.

Umgesetzt wird dieser Vertreibungsdruck durch die Ausländerbehörden, die Bundes- und Landespolizei. Zentral werden die Abschiebungen über das Regierungspräsisium Karlsruhe für die südlichen Bundesländer organisiert und über den Baden-Airpark durchgeführt. Ein bis zweimal im Monat werden Betroffene abgeschottet über den alten Terminal beim Baden-Airpark mit speziellen Chartermaschinen unter Polizeikontrolle nach Pristina abgeschoben.

Etwa 70 kleinere und größere Organisationen darunter Flüchtlingsräte aus verschiedenen Bundesländern, PRO ASYL, Komitee für Grundrechte und Demokratie, einzelne Gewerkschaftsgruppen, Flüchtlings- und Friedensgruppen, autonome, antifaschistische Gruppen rufen zur Demonstration auf.

Zentrale Demonstration am 8. Mai 2010 in Karlsruhe, 14.00 Uhr, Friedrichsplatz

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