„Die wachsende Angst vor Irrelevanz“

Der israelische Historiker Yuval Noah Hariri schreibt ein aufrüttelndes Buch über den Technikwandel in unserer Zeit und der damit einhergehenden Gefahr der Domestikation des Menschen durch die KI und die Veränderung der politischen Landschaften in der Welt. Alles scheint möglich, von der liberalen Demokratie bis hin zu Diktaturen und Tyranneien.

„Für den Anfang müssen wir dem Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Geistes eine viel höhere Priorität einräumen, insbesondere wie unsere eigene Weisheit und unser Mitgefühl kultiviert werden können. Wenn wir zu viel in die KI investieren und zu wenig in die Entwicklung des menschlichen Geistes investieren, könnte die sehr ausgeklügelte künstliche Intelligenz von Computern nur dazu dienen, die natürliche Dummheit der Menschen zu stärken und unsere schlimmsten (aber vielleicht auch mächtigsten) Impulse zu fördern. unter ihnen Gier und Hass. Um ein solches Ergebnis zu vermeiden, sollten wir für jeden Dollar und jede Minute, die wir in die Verbesserung der KI investieren, einen Dollar und eine Minute in die Erforschung und Entwicklung des menschlichen Bewusstseins investieren.“

https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2018/10/yuval-noah-harari-technology-tyranny/568330/

Hariri ist durchaus umstritten und wird in Kommentaren im schlimmsten Fall als abtrus bezeichnet. Dennoch ist seine Gedankenwelt interessant für die Menschen, die sich die Frage stellen, wie können wir es verhindern, dass die menschliche Entwicklung einen Verlauf nimmt, so dass wir KI und Biochemie durch skrupellosen Tyrannen ausgeliefert werden. Hier liegt die Stärke der Thesen des israelischen Denkers. Er schreibt und spricht in einer Sprache, die zwar einfach  ist, aber auch von ungeübten oder nicht wissenschaftlich denkenden Menschen nachvollzogen werden kann.

Wer sich ein interessantes Interview mit Harari anlesen möchte, dem sei die Seite der digital pioneers empfohlen:
https://t3n.de/magazin/yuval-noah-harari-ki-biotech-koennten-uns-unserer-247035/

Über Gerhard A. Kern

Geboren kurz vor dem Ende des national-sozialistischen 3. Reiches, als Kind unterprivilegierter Eltern. Der Vater als Unteroffizier in Russland verschwunden. Einfache Schulausbildung, Handwerkslehre, Erzieher, autodidaktische Schulungen, Anarchist, pädagogischer Heimleiter in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Autor und Referent, Verleger eines Selbstverlages, politisch internationalistisch und linksliberal. Motto: "Jede Wahrheit ist zu hinterfragen und Kritik sollte und darf immer schonungslos sein!"
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