Piqd

Ein „Sturm im Wasserglas“?

Heute erhielt ich per Mail das folgende Anschreiben von einem Frederik Fischer mit folgendem Wortlaut:

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ein Politiker zieht sich aus den sozialen Medien zurück und bestimmt damit tagelang die Schlagzeilen. Die Aufregung um Robert Habecks Medienverhalten ist faszinierend, weil sie für so vieles steht, was unsere Zeit ausmacht. Alle Lesarten sind erlaubt. Man kann sich mit guten Argumenten über den Sturm im Wasserglas lustig machen. Man kann aber auch dankbar sein, dass eine exponierte Persönlichkeit nicht nur auf die sozialen Medien einprügelt, sondern den Worten Taten folgen lässt, und sich eben zurückzieht. Man kann sich über eine Berichterstattung ärgern, die Geschnatter mit Relevanz verwechselt. Man kann aber auch dankbar sein dafür, dass ein wirklich wichtiges Thema (die Wirkung sozialer Medien auf uns persönlich, aber auch auf die Gesellschaft, sowie die Verantwortung von Politikern, sich dem digitalen Dialog zu stellen) breit und kontrovers diskutiert wird. Man kann sich darüber wundern, dass dieselben Menschen, die vor fünf Jahren noch jeden Politiker gefeiert haben, der sich auf Twitter getraut hat, nun jeden Politiker feiern, der sich aus den sozialen Medien zurückzieht. Man kann das aber auch als einen konsequenten Reifungsprozess begrüßen.
• Die andere Sicht auf das “Habecken” (SZ)
• Robert Habeck verlässt Twitter und Facebook (Blog von Robert Habeck)
• Heiße und kalte Social Media Nutzung (Twitter)
• Christian Lindner macht einen Podcast (diverse Podcast-Plattformen)
Damit haben wir das Thema dann aber auch ausreichend umfassend behandelt…. https://www.piqd.de/

Ich hatte einmal gehofft und angenommen, dass Piqd eine seriöse Plattform sei, der ich mich anschließen wollte und und auch tat. Was ich jedoch mittlerweile in Frage stelle, da das Unternehmen sich als ziemlich einseitig entpuppte und wirklich kritische Beiträge kaum noch zu finden sind; was an obigem Anschreiben ersichtlich wird. Wie kann eine Plattform, mit einer derart einseitigen Bewunderung eines Politikers und überhaupt einer fast nur noch moralisierenden Berichterstattung sich selbst noch ernst nehmen? Wo bleibt die Berichterstattung zur berechtigten Kritik an dem teils hohlen Geschwätz des neuen Grünen-Gottes?
Piqd protegiert Medien, die eindeutig linksliberal sind und läßt z.B. „Achgut“ oder auch „Bahamas“ gar nicht zu Wort kommen. Auch mit den Genannten muss man nicht immer übereinstimmen, doch um die jetzige politische Deutungshoheit zumindest mal in Frage zu stellen, braucht es grundsätzliche Kritik und kein reaktionäres Verkleistern.

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Rabbi Lord Jonathan Sacks

Die folgende Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche war mir zur Veröffentlichung wichtig, da sie die Sicht des Rabbi Lord Jonathan Sacks auch in deutscher Sprache zugänglich macht.

Wer mich kennt, weiß, dass ich gemäß der Definition des Yuval Noah Hariri in seinem Werk Homo Deus, zu den liberalen Humanisten zählen würde. Insofern können Sie davon ausgehen, dass ich nicht aus einer religiösen Warte argumentiere, aber dennoch eine Toleranz gegenüber einem seriösen englischen Rabbi aufbringen will, da die Menschen ansonsten jeglichen zivilisierten Umgang in den Gesellschaften unmöglich machen.
Immer wieder stellt sich doch die Frage, wie eine respektvolle Auseinandersetzung mit dem Thema der Migration oder Völkerwanderungen oder diverser Kulturen möglich werden kann. Mit Hass und Hetze, ganz gleich ob diese von „rechts“ oder links“, aber auch von der heiligen „Mitte“ ausgeht wird ein Zusammenleben menschlicher Gesellschaften unmöglich. Man darf aber auch fragen, ob es für unser gemeinsames Problem notwendig ist, wieder zu Göttern, einem Gott oder einer zentralen Ideologie zurück zu kehren. Wir sollten die Fehler aus vergangenen Zeiten erkennen und im Austausch von Lösungsansätzen für die Zukunft arbeiten, bzw. kommunizieren.

So empfinde ich auch den Ansatz von Rabbi Lord Sacks interessant und auch „liberale Humanisten“ können wertvolle Denkanstöße mitnehmen. Allerdings halte ich seinen Vorschlag insofern für bedenklich, da er davon ausgeht, dass die Einheimischen einen gemeinsamen Aufbau mit den Ankömmlingen überhaupt wollen. Eine solche Haltung müsste zunächst und vor dem Eintreffen der Neuankömmlinge angelegt werden und die Gäste ihren Status anerkennen.

Kritik ist selbstverständlich erwünscht!

Rabbi-Sacks über „Das Haus, das wir zusammen bauen“

„Wie erhalten Sie eine geschlossene Gesellschaft inmitten einer beispiellosen religiösen und ethnischen Vielfalt? Wie integrieren Sie im Zeitalter der Massenmigration Minderheiten, ohne ihre Identität zu zerstören oder Ihre zu verlieren? Das ist ein zentrales Thema, mit dem sich der Westen heute konfrontiert sieht. Schauen wir uns also an, wie Gesellschaften in der Vergangenheit damit umgegangen sind und wo sie schief gegangen sind.
Die erste war die Art und Weise, wie es Großbritannien und andere europäische Länder im 19. Jahrhundert taten. Ich nenne es das Landhausmodell . Stellen Sie sich vor, hundert Einwanderer tauchen in der englischen Landschaft am Tor eines riesigen Landhauses auf. Der Hausbesitzer, ein Aristokrat, begrüßt die Neuankömmlinge mit einem warmen und einladenden Lächeln. „Wie schön, dich zu sehen“, sagt er. „Es gibt hundert von dir. Ich habe mindestens hundert freie Zimmer. Bitte kommen Sie und bleiben Sie so lange, wie Sie möchten. «Er konnte nicht gastfreundlicher sein. Das einzige Problem ist: Er ist der Gastgeber und Sie sind nur ein Gast. Es ist sein Zuhause, nicht deins.
So fanden Einwanderer im Europa des 19. Jahrhunderts Zuflucht, waren sich jedoch der Außenseiter, Gäste, bewusst. Das ist fehlgeschlagen – nicht in England, sondern in Deutschland, Österreich, Frankreich und anderen europäischen Ländern, die auf die eine oder andere Weise entschieden haben, die jüdischen Gäste wirklich nicht mehr zu wollen. So geschah der Holocaust mit so wenig Protest der Bevölkerung.
In Amerika gab es im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert ein anderes Modell. Es wurde der Schmelztiegel genannt . In den Topf gingen alle Einwanderer – Iren, Italiener, Juden – und etwas anderes kam heraus. Sie waren alle Amerikaner geworden. Zumindest war das die Theorie. Was tatsächlich geschah, war, dass sie Amerikaner mit Bindestrich ausgaben. Irisch-Amerikanisch, Italienisch-Amerikanisch, Jüdisch-Amerikanisch. Viele von ihnen, vor allem Afroamerikaner, aber auch andere fühlten sich diskriminiert. Anstelle einer einzigen nationalen Identität gab es also viele unzusammenhängende Interessengruppen. Das amerikanische Motto lautete E pluribus unum : „Out of many, one“. Aber es stellte sich heraus, dass es mehr pluribus gab als unum .
In den 70er Jahren entwickelten sich Europa und Amerika zu einem neuen Modell. Das Hotel . Stellen Sie sich hundert Einwanderer vor, die in einer Stadt auftauchen. Die Verantwortlichen der Stadt sagen: „Willkommen. Bitte kommen Sie und übernachten Sie in einem unserer Hotels. Dort leben wir alle. Alles, was Sie tun müssen, ist, die Rechnung zu bezahlen, und Sie können in Ihrem Zimmer alles tun, was Sie möchten, solange der Lärm die anderen Gäste nicht stört. “
Dies war die Strategie, die als Multikulturalismus bezeichnet wird. Es sollte die Probleme des Landhauses und des Schmelztiegels heilen. Nun konnte jeder seine eigene Identität behalten, und zwar unter den gleichen Bedingungen wie Einheimische und Neuankömmlinge. Sie mussten nur die Rechnung bezahlen – Steuern – und dafür hatten sie jeweils ihr eigenes Zimmer und die Hotelservices.
Das einzige Problem ist, dass in einem Hotel niemand gehört. Ein Hotel ist kein Zuhause. Was die Leute verärgert hat, die schon lange dort waren und dachten, sie hätten ein Zuhause. Es war auch katastrophal für jedes Gefühl der kollektiven Identität. Hotelgäste bilden keine Gemeinschaft. Die Dinge, die wichtig sind, machen sie in ihren privaten Räumen. Der Multikulturalismus sollte jeden dazu bringen, sich wie zu Hause zu fühlen, aber am Ende hat sich niemand zu Hause gefühlt. Es sollte zur Integration führen, stattdessen zur Segregation.
Für das einundzwanzigste Jahrhundert brauchen wir also ein neues Modell. Ich nenne es „das Haus, das wir zusammen bauen“. Einhundert Einwanderer tauchen in einer Stadt auf. Die Verantwortlichen der Stadt sagen: „Willkommen. Es tut uns leid, dass wir weder ein Landhaus noch ein Hotel haben. Aber wir haben ein bisschen Land und viele Baumaterialien sowie einige erfahrene Architekten und Elektriker. Also lassen Sie uns gemeinsam ein Haus bauen. “
Die Eingeborenen und Neuankömmlinge arbeiten Seite an Seite zusammen. Während des Baus lernen die Neuankömmlinge die Wege der Einheimischen kennen, und die Einheimischen profitieren von den Fähigkeiten der Neuankömmlinge. Die Neuankömmlinge bewahren viele ihrer alten Bräuche, bringen aber auch ihre einzigartigen Gaben als Beiträge für die Stadt mit und fühlen sich zugehörig, weil sie mit Hilfe der Ureinwohner eigene Häuser gebaut haben, die architektonisch mit den anderen Häusern verschmelzen in der Stadt.
Das Modell der Gesellschaft als Zuhause, das wir gemeinsam errichten, betont mehr Verantwortung als Rechte. Es schätzt Unterschiede, weil sie nicht dazu benutzt werden, uns voneinander zu trennen, sondern sie bedeuten, dass jeder von uns etwas anderes und Besonderes für das Gemeinwohl hat. Die Stadt wächst mit all dem neuen Essen, der Musik und der Mode, die die Neuankömmlinge auf den Marktplatz bringen. Und die Eingeborenen fühlen sich immer noch zu Hause, weil die Neuankömmlinge ihre Arbeitsweise respektieren. Das ist integrierte Vielfalt.
Es ist so viel besser als das Landhaus, der Schmelztiegel und das Hotel, denn Gebäude führt zu Zugehörigkeit. Wenn wir bauen, verbinden wir uns. Die Gesellschaft ist das Zuhause, das wir zusammen bauen.“ (Übersetzung durch Google am 09.01.2019) http://rabbisacks.org/

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Camus und seine Wirkmächtigkeit

Mittlerweile oder immer noch spielt Albert Camus eine bedeutende Rolle in politischen Debatten, mal bewusster oder auch indirekt. Die Beiträge von Daniel Binswanger aus der Weltwoche von 2006 können das sehr gut belegen. Ich hänge sie hier als PDF-Dokumente an:

Camus_Fremder-Freund

Camus

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Populismus

Da es mich bis jetzt sehr verwunderte, dass offenbar kein nennenswerter Publizist oder gar Politiker sich im Sinne einer Aufklärung, die den Namen verdient, mit dem Modebegriff „Populismus“ auseinander zu setzen, freut es mich umso mehr, dass der Hamburger Dramaturg und Publizist Bernd Stegemann sich in einem Interview in der NZZ sehr engagiert äußerte.
Unter dem Titel „Angela Merkel als Erfinderin des einschläfernden Politikstils, den Robert Habeck nun perfektioniert“ geht er auf den in allen Parteien (nicht nur in Deutschland), real existierenden Populismus ein.

https://www.nzz.ch/international/angela-merkel-ist-die-erfinderin-des-einschlaefernden-politikstils-den-robert-habeck-nun-perfektioniert-hat-ld.1446831?mktcid=nled&mktcval=107&kid=_2019-1-7

Obwohl ich im Großen und Ganzen den Aussagen Stegemanns zustimme, sei doch noch hinzugefügt, dass die böswillige Unterstellung fast aller Publizisten „Populismus“ nur beim politischen Feind oder Gegner verortet wird. Das dem nicht so ist, führt er aus.
Etwas außer acht gelassen wird m.E. allerdings, dass für ein großen Teil der Bevölkerung die im Populismus verwendete einfache Sprache geradezu notwendig ist, damit Wahlbürger die höchst komplizierte (Welt)Politik überhaupt noch verstehen können. Sie sind nicht alle Experten, die den Namen verdienen und die eine abstrakte Sprache des Expertentum verstehen können.

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Glaube statt Wissen?

Ich biete dem verehrten Leser oder der Leserin hier einen Beitrag von Ludger Wess, der im Grunde meine Einschätzung über die Zunahme der Metaphysik, des Okkultismus und/oder der Esoterik in der westlichen, besonders aber auch der deutschen Politik bestätigt. . (siehe dazu auch „Deutschland im ideologischen Umbruch? auf diesem Blog)

Der Molekularbiologe beschreibt sehr treffend, dass die so sehr angepriesene Bio-Landwirtschaft, man könnte auch ganz generell von einem Bio-Wahn sprechen trotz guter Ansätze quasi einen religiösen Glauben entwickelt, der letztendlich nicht zum erwünschten Ergebnis führen kann.
Das ist die „Kraft, die stets das Gute will und doch das Böse schafft“. (Umkehrung des Goethe Zitats)
Heute würde man von „Gutmenschen“ sprechen.

Lesen Sie selbst:

Biolandbau: Glaube statt Wissenschaft

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Wunsch und Aberglaube

 

„Wir sind von Natur aus abergläubisch
Wenn das chinesische neue Jahr kommt, fliegen rote Umschläge mit Bargeld neben dem Feuerwerk. Diese roten Pakete werden zwischen Freunden und Familienmitgliedern in China, Vietnam, Singapur und anderen asiatischen Ländern ausgetauscht, um das Lunar New Year willkommen zu heißen und Glück zwischen den Angehörigen zu verbreiten. Auf seinem Gesicht mag das Ritual geradlinig erscheinen, aber die Regeln hinter den roten Umschlägen kommen allesamt zum Glück. Zum Beispiel muss der Geldbetrag in jedem Umschlag immer eine gerade Zahl sein – da gerade Zahlen als günstig angesehen werden -, sollte aber niemals die Ziffer 4 enthalten , da dieses Wort in Mandarin wie „Tod“ klingt.
Dabei geht es nicht nur um das Geld: Die Umschläge selbst haben eine bedeutende Bedeutung, da Rot eine traditionelle chinesische Glücksfarbe ist. Tatsächlich entwickelte sich die gesamte Umschlagtradition aus der Überzeugung, dass Münzen, die an der roten Schnur aufgereiht sind, einen Dämon abhalten würden, der zu Silvester für Kinder kam. (Die Umschläge werden oft als Yasui Qian oder „Unterdrückung von Geistergeld“ bezeichnet.) Im Laufe der Jahre wurden die Münzen zu Bargeld und die rote Schnur wurde zu roten Umschlägen. Heute gibt es sogar populäre chinesische Handy-Apps, die digitales Geld in pixelierten roten Paketen senden.
Während eine mobile App möglicherweise weit von einer Münze an einer Schnur entfernt ist, ist die Tradition ein Beispiel für unseren dauerhaften Versuch, unser Vermögen zu kontrollieren. Egal, ob wir es vermeiden, am Freitag, dem 13., nach draußen zu gehen oder unsere glückliche Lotto-Zahl zu spielen, der Mensch muss sich durchsetzen und versuchen, unser Schicksal in einer komplexen Welt zu kontrollieren, in der die meisten Dinge außerhalb unserer Kontrolle liegen.“
https://www.theatlantic.com/sponsored/hennessy-2018/what-gifting-rituals-around-globe-reveal-about-human-nature/2044/?utm_source=NL_O_2044_1

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Zukunft mit KI

Derzeit gehen Theorien aus diversen politischen Lagern um, die sich mit den Analysen zur menschlichen Zukunft befassen. Nach dem bekannten Muster, „ich sehe die Welt aus meiner Perspektive“, stellen Intellektuelle Zukunftszenarien in Aussicht oder bedenken Möglichkeiten, wie denn ein Worst case verhindert werden können. Ihre Theorien haben großen Zulauf und die Werke den entsprechenden Absatz.

Bei allen mir begegneten Thesen fällt auf, dass sie sehr viel richtige Ansätze aufzeigen, jedoch immer von Grundlagen ausgehen, die jeweils grundverschieden sind.
Die Betrachtungen des Israelis Harari geht davon aus, dass die augenblickliche (21. Jahhundert) Technikentwicklung, hin zur KI und der Vervollkommnung der Bio- und Gentechnik die maßgebliche Rolle für die künftige Entwicklung sind.

Siehe hierzu auch:
https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2018/10/yuval-noah-harari-technology-tyranny/568330/

Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa vermutet: «Wir leben in einer Ordnung, in der Kapitalismus und Sozialismus zunehmend verschwimmen»
Die liberalen Demokratien befinden sich nach Llosa in einer tiefen Krise. die politischen Eliten seien Teil des Problems statt der Lösung. Mario Vargas Llosa kritisiert unsere „frivole Gegenwart“ und empfiehlt den Liberalismus als geeignetes Gegenmittel um der Zerfall oder die Krise aufzuhalten.

Siehe dazu:
https://www.nzz.ch/feuilleton/mario-vargas-llosa-kapitalismus-und-sozialismus-werden-eines-ld.1445390

Der „Kritiknetz“ Autor Paul Stegemann zeigt mit seinem sehr interessanten Aufsatz dort, welche „Massenpsychologie“ die Gesellschaften in der aktuellen Zeit und dies eben auch weltweit beeinflussen könnten.  Die durchgesetzte psychische Verfassung einer Nation/ eines Volkes lässt quasi jede Lenkung in diese oder jene Richtung zu.

Siehe dazu:
https://www.kritiknetz.de/neuerechte/1427-zur-massenpsychologie-des-faschismus

Gerade eben (23.12.2018) wird von einer deutschen Webseite verkündet, das ein neuer Präsidentschaftskandidat für 2020 in den USA, Andrew Yang, ein Grundeinkommen für die zukünftige Gesellschaft fordert. Dies, weil er davon ausgeht, dass die rasante Entwicklung der KI viele Mensche ins Abseits beförderen könnte.
Siehe dazu:
https://vrodo.de/wegen-ki-us-praesidentschaftskandidat-fordert-bedingungsloses-grundeinkommen/

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Wolfgang Pohrt – R.i.P.

Ein unbeugsamer Theoretiker und Gesellschaftskritiker ist gestorben. Hier findet Ihr einen guten Beitrag aus dem Tagesspiegel:

https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-wolfgang-pohrt-poet-und-polemiker-wolfgang-pohrt-gestorben/23792752.html

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Die Neue Mitte

Der Sog der Mitte.
Die CDU mit Angela Merkel hatte sich schon in die Richtung der politischen Mitte begeben, die SPD ebenso, zumindest partiell. Nun machen die Grünen dass, was sie an die Macht bringen könnte. Sie ändern ihr Profil in ungeahnter Geschwindigkeit von linksliberal in Richtung Mitte und somit eben schwarz/grün. Das Wähler/innen-Potential „Wir sind mehr“ folgt dieser Tendenz und Frau Karrenbauer wird alles tun, diesen Trend zu stärken, allerdings mit anderen Mitteln. Statt Moderation möchte sie eher eine Führungsrolle zu übernehmen und scheint nach meiner bisherigen Einschätzung mehr aus ihrer Sicht zielorientiert die deutsche Politik zu beeinflussen. Wie sagte schon Frau Merkel: „“Das Schöne an freiheitlichen Debatten ist, dass jeder über das spricht, was er für das Land für wichtig hält.“ 21.11.18, ntv (Und das höhnische Gelächter eine großen Teils des Parlaments sagt alles über die deutsche Debattenkultur). Frau AKK, wie die Dame genannt wird, hat eine durchaus eher autoritäre Einstellung, welches eben auch die „Sicht“ auf die politischen Verhältnisse nicht nur in Deutschland verändern könnte. Man muss nur genau hinhören, wenn sie darüber spricht, wie sie außenpolitische Maßnahmen durchsetzen möchte. Mit gekonnter Diplomatie hat das nicht mehr viel zu tun, eher mit Druck und Sanktionen auf gegnerische Staaten.
Am heutigen Abend kann der interessierte Wahlbürger beim Anne Will Talk genau hinhören oder auch sehen, was für eine Hoffnungsträgerin dort sitzt und spricht.
Für mich bahnt sich nun eine Politik an, die das weltpolitische und damit auch das deutsche Klima maßgeblich verändern könnte. Schließlich sind „wir“ die viert größte Wirtschaftsmacht der Welt und mit Geld und dem dazu gehörigen Einfluss auf andere Staaten lässt sich mehr lenken, als dem „gewöhnlichen“ Bürger deutlich ist.
Sollte sich wer oder welche für das Thema der „Mitte“ etwas grundsätzlicher befassen wollen, de und die möge den unten angezeigten Link öffnen und den Beitrag studieren.
Anhang:
http://redaktion-bahamas.org/aktuell/2017/09/04/stirner-mittelklasse-und-existenzielle-ideologiekritik/
Gerhard Kern am 9.12.2018

Medien
„Stelle fest, was sie sagen, und was auffäligerweise nicht.
Suche, welche Information fehlt! Frage, was sie weglassen und warum wohl.
Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!“
(Dushan Wegner)
Gerhard Kern am 10.12.2018

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Eingegliedert

Auf der politischen Agenda steht bei fast allen Parteien in Deutschland die Integration oder auch Eingliederung von Migranten oder Flüchtlingen ganz oben. Interessant ist, dass „Wir sind mehr“, auch in der Parteienlandschaft mit einer seltsamen Definitionshoheit „Integration“ höchst beliebig und vor allem bunt verstanden wird. Die Regierungsabsicht ist klar: Die Gesellschaft, die Menschen aus anderen Kulturen aufnehmen will (oder muss), soll sich auch in die Kulturen der Gäste, der Einwanderer oder der Geflüchteten integrieren. Also das „christliche Abendland“ in das „islamische Morgenland“ Das Grundgesetz in das Gesetz des Islam, in die Scharia. Ob sich da was widerspricht spielt scheinbar keine Rolle, mal abgesehen von ein paar Widerspenstigen, die man dann gemeinsam und bunt auch „Populisten“ nennt.
Wie das allerdings gehen soll, weiß offenbar nur der liebe Gott, und der muss es auch lernen, da er uns ja nach seinem Abbild geschaffen hat, als lernende und Vernunft begabte Wesen.
Schon 2006 hat dann mal ein aus meiner Sicht sehr begabtes menschliches Wesen den folgenden Beitrag in eine Schweizer Zeitung geschrieben:


„Angesichts des Problems, das Nordkorea derzeit für den Rest der Welt bedeutet, ist alles Übrige natürlich nur Kleinkram, weil aber alles mit allem doch zusammenhängt, will ich heute darüber berichten, was «Integration» in Deutschland bedeutet und wie sie betrieben wird. Dafür ein ganz frisches Beispiel:
In Hamburg leben etwa 1,7 Millionen Menschen, darunter rund 85 ooo Türken bzw. Bürger mit türkischem Migrationshintergrund, wie man heute sagt. Deswegen will die Hamburger Volkshochschule «eine Brücke zwischen den Kulturen» schlagen und bietet im Wintersemester gleich fünfzig Kurse und Vorträge an, um «durch Begegnungen Vorurteile abbauen» zu helfen. Dazu gehören Podiumsdiskussionen, Lesungen und Theaterstücke sowie Kunstkurse mit deutschen und türkischen Künstlern. Ein besonders ambitioniertes Projekt, das allein schon 60 ooo Euro kostet, wird zusammen mit der Hamburger Hoclıbahn betrieben. Im Rahmen des EU-Projekts «Learning by Moving» werden in U-Bahnen auf Plakaten und Monitoren vier Wochen lang türkische Sätze aus dem Alltag ins Deutsche übersetzt. Ausserdem werden zwei Gelenkbusse als «Spraclıbusse›› ausgestattet, was immer das praktisch bedeuten mag.
Dabei sollen Deutsche beliebte türkische Redewendungen lernen, denn: «Deutsche sind sehr reiselustig, aber sie sehen nicht, dass sie fremde Länder und Kulturen direkt vor der Haustür erleben können››, sagt die Geschäftsführerin der Hamburger VHS, Hannelore Bastian.
Wenn also demnächst ein «Kontrolleur» in eine U-Bahn oder einen Bus einsteigt, dann nicht um zu kontrollieren, ob alle Fahrgäste einen gültigen Fahrausweis haben, sondern ob sie bei dem Projekt «learning by Moving» aufgepasst haben und in der Lage sind, den Satz «Sie stehen auf meinem Fuß, bitte treten Sie etwas zur Seite» in korrektem Türkisch zu sagen.
Natürlich ginge es auch anders. Statt den Hamburgern Türkisch in der U-Bahn beizubringen, könnte man auch ein paar Nachhilfestunden für Kinder aus türkischen Familien organisieren und bezahlen, aber das ist nicht nötig, denn diese Kinder sprechen ja schon fließend Türkisch, während der Hamburger als solcher noch ein wenig üben muss, bis er sich mit seinem Gemüsehändler in dessen Sprache verständigen kann. Dann kann er, der Hamburger, als voll integriert gelten.
Das Integrationsprojekt der Hamburger VHS ist kein Einzelfall. Ein deutscher Privatsender zeigte vor kurzem eine Dokumentation über eine junge deutsche Frau von etwa Zwanzig Jahren, die für einen Monat bei einer muslimischen Familie einzieht. Es ist eine sympathische und gastfreundliche arabische Großfamilie mit der üblichen Arbeitsteilung. Während der Vater und die Söhne über Gott und die Welt plaudern, arbeiten die Mutter und die Töchter in der Küche, decken den Tisch und servieren das Essen – der Allmächtige will es so.
Die junge deutsche Frau passt sich sofort an. Sie legt ihren Minirock und ihr ärmelloses Top ab, zieht ein langes Kleid mit langen Ärmeln und ein Kopftuch an und macht alles mit. Da gerade Ramadan ist, steht sie vor Sonnenaufgang auf, frühstückt mit ihrer Gastfamilie und fastet dann den ganzen Tag. Das alles fallt ihr nicht leicht, aber sie ist es ihren Gastgebern schuldig. Am Ende der dreißig Tage hat sie sich so gut integriert, dass ihr der Abschied schwer fällt.
Es war ein schönes Integrationsexperiment, das leider auf einem gedanklichen Fehler beruhte. Der Sender hätte eine junge Frau aus einer muslimischen Familie in eine christliche Familie schicken sollen, die gerade Weihnachten feiert. Wie weit wäre dann die junge Muslima gegangen? Hätte sie ihr Kopftuch und das lange Kleid gegen einen Minirock und ein ärmelloses Top getauscht? Wäre sie bereit gewesen, zusammen mit ihrer Gastfamilie Schweinebraten zu essen? Natürlich nicht, und das völlig zu Recht. Es wäre auch niemand auf die Idee gekommen, ihr so etwas zuzumuten. Die Sache funktioniert nur andersrum. Auf Berliner Schulen mit hohen Anteil an Schülern mit «Migrationshintergrund» sprechen unterdessen auch «Ethno-Deutsche» das sogenannte «Kanak-Deutsch››, um nicht unangenehm aufzufallen.
Was hat das alles mit Korea zu tun? Ziemlich viel. Wie können Gesellschaften, die nicht einmal in der Lage sind, die einfachsten Hausaufgaben zu erledigen und die ihr Heil in der Anpassung suchen, mit ernsten Problemen fertig werden? Sie können es nicht. Denn der Klügere gibt nach. Und der Stärkere setzt sich durch.“


Ein Fundstück aus „Die Weltwoche“ Nr. 41 von 2006 unter dem Titel: „Die Deutschen – Wir integrieren uns“ von Henryk M. Broder- „In der Hamburger U-Bahn kann man jetzt Türkisch lernen. Da läuft doch was verkehrt“.
Nachtrag vom Admin: Haben wir was gelernt?

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