Populismus

Da es mich bis jetzt sehr verwunderte, dass offenbar kein nennenswerter Publizist oder gar Politiker sich im Sinne einer Aufklärung, die den Namen verdient, mit dem Modebegriff „Populismus“ auseinander zu setzen, freut es mich umso mehr, dass der Hamburger Dramaturg und Publizist Bernd Stegemann sich in einem Interview in der NZZ sehr engagiert äußerte.
Unter dem Titel „Angela Merkel als Erfinderin des einschläfernden Politikstils, den Robert Habeck nun perfektioniert“ geht er auf den in allen Parteien (nicht nur in Deutschland), real existierenden Populismus ein.

https://www.nzz.ch/international/angela-merkel-ist-die-erfinderin-des-einschlaefernden-politikstils-den-robert-habeck-nun-perfektioniert-hat-ld.1446831?mktcid=nled&mktcval=107&kid=_2019-1-7

Obwohl ich im Großen und Ganzen den Aussagen Stegemanns zustimme, sei doch noch hinzugefügt, dass die böswillige Unterstellung fast aller Publizisten „Populismus“ nur beim politischen Feind oder Gegner verortet wird. Das dem nicht so ist, führt er aus.
Etwas außer acht gelassen wird m.E. allerdings, dass für ein großen Teil der Bevölkerung die im Populismus verwendete einfache Sprache geradezu notwendig ist, damit Wahlbürger die höchst komplizierte (Welt)Politik überhaupt noch verstehen können. Sie sind nicht alle Experten, die den Namen verdienen und die eine abstrakte Sprache des Expertentum verstehen können.

Gerhard A. Kern
Autor und Referent, Verleger eines Selbstverlages, politisch parteiisch aber zur Zeit in keiner Partei. Motto: "Jede Wahrheit ist zu hinterfragen und Kritik sollte und darf immer schonungslos sein!"

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