GerhardKern.de Ideologie- und Gesellschaftskritik

5.11.2013

Die schönsten Glossen schreibt der Geheimdienst selbst.

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 19:24

Auf den Wellen vor dem Strand von Tel Aviv war Surfen schon immer erlaubt. Seit September gilt die Allgemeine Surf-Freiheit in der ganzen Stadt. Der Oberbürgermeister stellte auf dem Rothschild-Boulevard die neue Attraktion vor. Überall in der Stadt gilt freie Fahrt – nicht auf dem Surfbrett, sondern auf dem Notebook, dem Tablet oder den Internet-Apps unserer Smartphones. Da lohnt es nicht mehr, hinauf nach Jerusalem zu fahren oder herunter zum Toten Meer und weiter nach Eilat. Günstiger ist es, sich gleich nach dem Anflug am Hayarkon-Park der 24-Stunden-Stadt niederzulassen und sich die mühselige Rundfahrt auf das Display downzuladen, die Urlaubs-Mails an die Lieben daheim zu senden und die App mit den Börsenkursen anzuticken.

Exakt dazu erreicht uns die zweite Nachricht, dass der verehrten Internetkundschaft neben den 60 neuen Hot-Spots auch eine völlig kostenfreie Aufzeichnung der Datenflüsse mitgeliefert wird. Speichern überflüssig! Das erledigt diskret der Geheimdienst!

Natürlich weiß niemand so ganz genau, was an diesen Gerüchten dran ist. Da lanciert dieser Whistleblower, na, sagen wir Lümmel Edward Snowden aus Moskau oder Sibirien alle Nase lang immer neue Geschichten, die doch streng geheim und deshalb nicht überprüfbar sind. Fest zu stehen scheint, dass es innerhalb der „United States of America“ (USA) einen geheimen Staat im Staate gibt, dessen Verfassung aus einem Buch mit dem Titel „Brave New World“ abgeschrieben ist und in Kundschafterkreisen gemeinhin als NSA, die „New Secrets of America“, abgekürzelt wird.

Seit September wissen wir, dass auch die amerikanische Überseeprovinz Israel schon 2009 dieser NSA-Konvention beigetreten ist. Niemand weiß, ob die Strippen noch von Olmert und Bush oder schon von Netanjahu und Obama gezogen wurden oder ob sie alle von nichts wussten. Seither erhält Israel jedenfalls aus seinem Mutterland Mitschnitte aller Telefonate und den Wortlaut aller Mails und SMS, die von hüben nach drüben wechseln. Ungefiltert wird der kälteste Kaffee geliefert, aber manchmal schwimmt darin ein bedenklich heißes Wort. Islam etwa oder Mist oder gleich beides zusammen.

Berichtet wird von Datenaustausch. Von den NSA-Filialen in Israel (ISNU = israelisch, sicher nicht unamerikanisch) kommen also ganz ähnlich abgefüllte Netze an die Zentrale nach Fort Meade, Maryland, zurück. Aber da weiß man wirklich nichts genaues, weil in Israel alles noch viel geheimer ist als in Amerika. Sogar die Dementis dementieren nichts.

Tel Aviv hat die richtigen Konsequenzen gezogen. Wenn es schon eine flächendeckende Überwachung des weltweiten Datenverkehr durch die Geheimdienste gibt, dann kann, nein, dann muss man das einfach nutzen. Das beginnt keineswegs damit, dass eine Großstadt kostenfreies Internet für alle anbietet. Welches Kind wird nicht schon im Mutterleib per Ultraschall abgefilmt? Die noch unbeschnittenen Daten werden von glücklichen Eltern auf der Homepage präsentiert oder der Oma in Alaska zugemailt. Denn Daten von US-Bürgern werden keineswegs ausgefiltert – wäre ja auch noch schöner. Dort sollen mehr luden als in Israel leben.

Vielleicht werden die ersten Lebenszeichen samt zugehöriger Werbe-Adresse auch von der Hebamme an eine Windel-Firma verscherbelt. Damit sind die lieben Kleinen schon pränatal bei NSA und ISNU auf dem Rechner. Das Geniale ist, dass die unermessliche Datenbank kaum in Erscheinung tritt. Die hausgemachten Textchen, Bildchen und Filmchen sammeln Pappa und Mamma, der Kindergarten, die Schule. Später speichern für uns das Facebook, der Google-Mogul, die Stadtverwaltung, die Arztpraxis, das Reisebüro, die Bank, der Online-Laden von Amazon, die peinlichen Seiten, die wir niemals gesehen haben wollen, die Tankstelle, die Hochschule, das Arbeitsamt, die Firma, die Ehepartner und Geliebten.

Das alles sind vertrauenswürdige Menschen und Institutionen, denen wir uns, unsere Kinder und unsere Konsumgewohnheiten anvertrauen. Wir haben schließlich nichts zu verbergen. Das Leben hinterlässt einen riesigen Mischmasch von Daten.

Der Computer im Schuhgeschäft benötigt nur Namen, Adressen, Bankverbindungen und Schuhgrößen. Der Geldautomat nur die PIN-Nummer. Pfiff bekommt die Sache, wenn alle Daten in einem Speicher zusammen fließen: Da kann vermeintlich niemand mehr persönlich herumwühlen und unsere Milliarden Mails lesen. Vielleicht spricht man deshalb von Geheimdienst; der sichert Anonymität pur und Datenschutz at it’s best, könnte man meinen. Nur: Wenn man dann doch mal 1 und 1 zusammenzählt, kommt aus dem Lehm ein Mensch wie du und ich:

Alle Dateien, die die IP-Nummer meines Computers tragen? Alle, die meine Reisen aufzeichnen? Alle, die ich verschlüsselt habe? Alle, die auf meine Zahlungsprobleme hindeuten? Alle, die harmlose oder doch auffällige Kontakte mit Menschen belegen, die unter Verdacht stehen?

Die Polizeistation nebenan, die einen Plattfuß mit Größe 45 sucht, würde sofort von meiner Unschuld überzeugt sein, wenn die Geheimdienste zur Entlastung aller Tippelbrüder mit Größe 43 genutzt würden. Aber die Polizei fragt den Geheimdienst nicht.

Das wäre nicht nur in Tel Aviv ein echter neuer Service. Wir brauchen nicht nur die Einladung zum kostenfreien Surfen und Ausgespäht-Werden. Der demokratische Dreh wäre der öffentliche Zugang zu den Datenschätzen der Geheimdienste. Also eine Abschaffung derselben.

Das würde ein Surfen im Pool der Erinnerung ermöglichen. Wir könnten nachfragen, wann wir geheiratet haben oder wie unser Traum-Hotel hieß. Die erste Mail könnten wir uns nochmals ausdrucken lassen und uns nochmals am Preisverfall der Telefonrechnungen erfreuen.

Wir, die nichts zu verbergen haben, erwarten, dass NSA und ISNU ihrerseits uns nicht vorenthalten. Ein besseres Gedächtnis können wir uns kaum leisten.

Gustav Goy

(Beitrag aus der JüdischenZeitung vom Oktober 2013, Nr. 92, herzlichen Dank ‘gk’ )

16.10.2013

Spruch des Tages

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 17:44

Stoßgebet: “Großer Gott, hilf mir! Du erbarmst dich doch über ganz fremde Leut, warum nicht für mich?”

6.7.2012

Beschneidung: Das Urteil

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 16:34

Ich hatte nicht gedacht, dass unser Thema die Gemüter so erregt. Grundsätzlich will ich festhalten, dass auch die Statements der Urteilsbefürworter/innen von mir sehr ernst genommen werden und das Pro und Contra der Aufklärung dienen kann. Verletzende Äußerungen, so sie denn hier rein gepostet werden, akzeptiere ich allerdings nicht. Der Vorwurf der Körperverletzung im Kölner Urteil ist insofern fragwürdig, weil das Kind oder der Körper des Kindes nicht verletzt werden sollte, sondern Voraussetzungen zum Wohle des Kindes geschaffen werden sollten. Dies geschah im Sinne der Religionsfreiheit und die sollte unangetastet bleiben, wie überhaupt die Freiheit der Ideologien.

 

Nun gibt es mittlerweile auch in Israel eine wachsende Zahl von Gegner/innen der Zirkumzision bei sehr jungen Menschen. Es sollen 2 % der Bevölkerung sein. Die Argumente der Gegner/innen sind allemal überlegenswert und könnten dazu führen, dass dort und überhaupt in der jüdischen Welt ein Umdenken stattfindet. Wenn dem so sei, dann hätte die Diskussion die historische Berechtigung und würde nicht, wie derzeit, eine Grundlage der jüdischen Religion untergraben und die Muslime und Juden tendenziell aus der deutschen Gesellschaft verbannen.

 

Im Senatssaal der Humboldt-Universität Berlin findet/fand nun unter dem Titel „Beschneidungsurteil und individuelle Religionsfreiheit eine Veranstaltung statt, auf deren Ergebnisse ich gespannt bin.

 

Anmerkung:

„Die Vorteile einer Beschneidung können vielfältig sein. Neben möglichen hygienischen und präventiv-gesundheitlichen Vorteilen, kann es auch im Sexleben Vorteile durch die Beschneidung geben. Da der Penis nach der Beschneidung nicht mehr so empfindlich an der Eichel ist, nimmt die Gefahr des vorzeitigen Kommens bei Männern deutlich ab und der Liebesakt ist daher auch insgesamt durchschnittlich länger nach einer Beschneidung.“ (nach MensHealth.de)

 

8.4.2012

Der Internationale Tag der Sinti und Roma

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 11:36

Am 8. April ist nicht nur Ostern, sondern auch ein Tag der Solidarität mit allen Sinti und Roma auf der Welt. Ein Tag für  diese „Minderheit“ in unserer Gesellschaft, die sich so schwer tut die andere Lebensweise und Kultur zu akzeptieren und sie als Teil der westlichen Gesellschaften zu begreifen. Es geht nicht nur darum ihre wunderbare Musik zu genießen, sondern um Respekt vor den Menschen, die viel zu oft, auch heute noch,  verfolgt und auch ermordet wurden. Sie müssen an dem Reichtum unserer Gesellschaft teilhaben können und dies im Wortsinne. Das was man heute behinderten Menschen, nach langem Kampf derselben, selbstverständlich zugesteht, sollte genauso auch den Minderheiten in vollem Umfang  ermöglicht werden. Erst wenn es gelingt besonders Sinti und Roma, auch unter Berücksichtigung ihrer teils so anderen Lebensweise, voll in die Gesellschaft zu integrieren haben wir das, was man heute so vollmundig verkündet, die Demokratie ein Stück weit mehr realisiert.

 

Pressemitteilung zum 8. April – Internationaler Tag der Sinti und Roma

 

Am 8. April ist der Internationale Tag der Sinti und Roma. Aus diesem Anlass veranstaltet der interkulturelle Jugendverband Amaro Drom e.V. gemeinsam mit seinem Berliner Landesverband Amaro Foro e.V. verschiedene Aktionen. Ab 12.00 Uhr sind wir mit einem Infostand am Rathaus Neukölln vertreten. Hier finden Sie Informationsmaterial zum Internationalen Tag der Sinti und Roma. Ab 15.00 Uhr wird mit Kaffee, Kuchen und Musik das neue Büro von Amaro Foro am Weichselplatz 8 in 12045 Berlin offiziell eröffnen. Dort finden Sie neben weiteren Informationen auch eine Bücherausstellung. Um 16.00 Uhr werden wir uns gemeinsam zum Landwehrkanal begeben und Blumen ins Wasser streuen. Denn am Internationalen Tag der Sinti und Roma legen wir in ganz Europa Blumen in Flüsse, Seen und Meere, um symbolisch die Verbundenheit mit Roma in allen Teilen der Welt zum Ausdruck zu bringen.

Der nordrhein-westfälische Landesverband Terno Drom e.V. lädt ebenfalls um 14.00 Uhr zur Feier des 8. April in das djo-Jugendzentrum „Bunker“ in Düsseldorf Rath ein.

 

Der 8. April ist ein wichtiger Tag für Roma in ganz Europa. An diesem Datum fand 1971 der erste Welt-Roma-Kongress in London statt, ein Meilenstein für die Emanzipation der Roma, auf dem sich die Delegierten einmütig für die Selbstbezeichnung Roma anstelle diskriminierender Fremdbezeichnungen aussprachen, sowie sich auf ihre gemeinsame Flagge und eine Hymne einigten. Das Lied „Gelem, gelem“ erinnert an die Jahrhunderte lange Verfolgung der Sinti und Roma. Seit über 600 Jahren begegnet man uns mit Vorurteilen, eine gleichberechtigte gesellschaftliche Partizipation blieb verwehrt. Die Geschichte von uns Roma ist die Geschichte von Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung, die ihren traurigen Höhepunkt im nationalsozialistischen Genozid fand. Der Porrajmos (Romanes, dt.: das Verschlingen), wie der Holocaust von Roma bezeichnet wird, hatte den Tod von etwa 90% der europäischen Roma, von einer halben Million Menschen zur Folge.

Wir vergessen nicht. Auch daran wollen wir uns am 8. April erinnern und der Opfer dieser grausamen Verbrechen gedenken, deren Nachkommen wir Roma sind. Wir bleiben nicht stumm. Unsere Geschichte ist seit Anbeginn ein Kampf um Gleichberechtigung und Würde. Gemeinsam treten wir für unsere Rechte und unsere Freiheit ein, um uns ein Leben in Würde und Sicherheit zu schaffen, wie es jeder_m anderen zusteht.

 

Anlässlich des Internationalen Tages der Sinti und Roma fordern wir daher ein Ende der Diskriminierung und der sozialen Ausgrenzung, die noch immer anhält. Weit verbreitete Vorurteile und Stereotype werden in den Medien, in Politik und Gesellschaft noch immer nicht ausreichend kritisiert. Wir fordern, dass sich jede_r bewusst macht, welche Folgen Antiziganismus hat und wünschen uns Unterstützung für unser Bemühen um ein gleichberechtigtes Miteinander.

 

Amaro Drom ist ein bundesweit agierender Verein von jugendlichen Roma und Nicht-Roma. Bei uns treten jugendliche Roma durch Selbstorganisation, Empowerment und Bildung aktiv für ihre Rechte und persönliche Freiheit ein und setzen damit ein Zeichen gegen antiziganistische Diskriminierung. Durch die bewusst gewählte Zusammenarbeit von Roma und Nicht-Roma leben wir unser gemeinsames Ziel vor: ein solidarisches Miteinander jenseits von Vorurteilen und ungleichen Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmung.

 

11.11.2011

Antisemitismus hier und heute

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 19:24

Man sollte Jutta Ditfurth dankbar sein, dass sie in der ihr eigenen Vehemenz für ihre Standpunkte eintritt. Ein Beispiel ist das Trauerspiel im Frankfurter Römer.

Siehe die Antisemitische Äußerung

6.5.2011

Für die Meinungsfreiheit der Hamas?

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 10:27

Laut WAZ-Online sollen auch „hochrangige Hamas-Vertreter“ am 7. Mai in der Wuppertaler Uni-Halle ihre Meinung verbreiten dürfen. Ein Verwandter von mir fragte bei der Stadt an und erhielt folgende Antwort:

erklarungfraktionen050511.pdf

29.4.2011

Selbstbestimmung, Völkerrecht hier und überall

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 12:19

In Nordafrika gehen in vielen, beinahe in allen Staaten Rebellionen gegen die Diktatoren und damit gegen die Fremdbestimmung los. Teilweise entwickelt sich die Situation auch zu Bürgerkriegen oder bürgerkriegsähnlichen Konflikten mit vielen Toten und Verletzten. Da in allen Auseinandersetzung die Thematik der Selbstbestimmung von Völkern und Individuen eine sehr große Rolle spielt, wäre es zwecks Urteilsbildung ratsam sich mit der Fragestellung auseinander zu setzen.

Einen aus meiner Einschätzung sehr guten Beitrag liefert dazu Professor Jörg Fisch aus Zürich in der Aprilausgabe der Monatszeitschrift „JüdischeZeitung“. Ich hänge den Beitrag im Drei Fragen…an und danke an dieser Stelle ausdrücklich dem Verlag für die Veröffentlichung.

1.3.2011

Zum 150 Geburtstag des Dr. Rudolf Steiner

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 13:26

Ein Blick zurück im Zorn.

steiner-150.jpgNun habe ich schon seit längerer Zeit aufgehört die Anthroposophie öffentlich in Vorträgen und Diskussionen zu kritisieren. Ja, ich habe resigniert vor der Ignoranz der Adepten und Sektenmitglieder und deren Verflechtungen in Kultur(z.B. Beuys und Co), Politik (z.B. Schily und die Grünen; aber nicht nur) und Wirtschaft (z.B. Siemens u.a.).

Ich musste auch einsehen, dass noch so gute und begründete Kritik ab perlt an den Ätherleibchen der Anhänger des fälschlicher Weise bei 3Sat als „Guru“ bezeichneten Menschheitsführer; was viel treffender wäre. Als so einer nämlich wird er kritiklos verehrt und befolgt, mögen seine Aussagen und Lehren noch so irrwitzig  und nicht mal originell sein.

Man könnte z.B. ein Buch von Peter Bierl, wie „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister“ lesen und die dort beschriebenen Irrwege des Dr. Steiner und folgend seiner Anthroposophie nehmen und sie mal ernsthaft analysieren und würde dann feststellen, dass die Grundlagen der Anthroposophie ein Lehrgebäude stützen – und dazu gehören unter anderem auch die Waldorfschulen – , welches vor einer aufgeklärten kritischen Wissenschaft keinen Bestand haben kann. Wohl bleibt ein Wolkenkuckuksheim welches jenen dient, die ihm glauben.  Er ist bei seinen Jüngern unangefochten der großen Heilige. Man muss nur Ehrfurcht haben vor dem großen Meister! (siehe hierzu sein Buch: „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“)

Ernst Bloch hielt die Anthroposophie gar für faschistoid und den Rassismusvorwurf konnten die Anthro’s bis heute nicht ausräumen.

Alles in allem ist die steinersche (und es gibt nur die) Anthroposophie aus meiner Sicht ein Werk zur Menschheitsverwirrung anstelle einer radikalen  Aufklärung zum Wohle und zur Befreiung der Menschen; dies trotz aller noch so sympathischen ideologischen Elemente und den Menschen in den Instituten der anthroposophischen Gesellschaften.

Bericht von 3Sat

23.2.2011

Die Scheinheiligen sind unterwegs

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 19:18

scheinheiliger.jpgWie kann es sein, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit akademischen Titeln Texte abkupfern und das auch noch ohne sie zu kennzeichnen.

Welche Verderbtheit.

Ganz schlimm die Tatsache, dass diese Doctores in Wirklichkeit – in welcher Wirklichkeit? – gar keine sind. Sie flunkern und geben sich den Schein des Wissenschaftlichen.

Alles ganz schlimm!

Manche dieser Undoctores machen dennoch gar eine gute Arbeit in ihrem Job. Allein, das reicht nicht, da die akademische Qualität nicht erwiesen ist.

Es ist schon erstaunlich, was da alles und vor allem von wem so ans Tageslicht kommt. Der hier Unbenannte wird regelrecht seziert und auf dem Altar der Wissenschaft und Politik der Öffentlichkeit präsentiert. Manches ist unappetitlich und gibt Einblicke in Geist, Seele und Körper, welche bei zarten Gemütern zum Brechreiz führen können.

So sind wir halt, wir Menschen, was wir doch lieber nicht sein wollen.

Doch was sagt uns das aufgepeppte Spektakel? Sicher soviel, das Menschen keine Heiligen sind; dass Menschen Fehler machen, mehr oder weniger und dass die meisten Menschen auch lügen und betrügen. Wie gesagt mehr oder weniger. Auch das ist nicht gut. Aber es ist.

Und weil das so ist, der Mensch es aber am liebsten nicht wahr haben möchte, verdeckt er seine Mängel oder peppt sich zu etwas auf, was er/sie gar nicht ist. Soweit so schlecht.

Gut oder schlecht an der ganzen Sache ist, je nach Sichtweise, dass wir die Mangelhaftigkeit immer allzu gern am dem oder der Anderen entdecken aber den eigenen „Balken im Auge“ nicht wahrnehmen.

Im Falle des Ungenannten ist es schon interessant, aus welchen politischen und ethischen Ecken die Kritik kommt und vielleicht sagt es ja sehr viel über diese Vertreter von Wahrheit und Wissenschaft aus; viel mehr als auf den ersten Blick sichtbar wird.

Mir jedenfalls ist es bekannt, dass unzählige Diplom- und Doktorarbeiten von guten Ghostwritern geschrieben sind und kein Mensch hats gemerkt. Vielleicht war ja nur der Geisterschreiber des prominenten Falles ein sehr schlechter Plagiateur und sonst gar nichts.

Ich sehe schon, wie sie sich jetzt wegducken, diejenigen, die für ein paar Eurofuffzig den Dr. oder den Dipl. vor ihrem Namen tragen.

Aber vielleicht muß der Blaublütige dennoch zurück treten, denn die Scheinheiligen sind unerbittlich in diesem Lande.

Einen guten Rat noch zum Schluss: Gebt niemals Eure Fehler oder Macken zu in dieser Gesellschaft, sie ist schließlich so aufgestellt und von der demokratischen – vielleicht synonym kapitalistischen – so akzeptiert.

2.2.2011

Ägypten und das Damoklesschwert der Revolution

Filed under: Uncategorized — Gerhard A. Kern @ 18:44

Nun hat sich bewahrheitet, was die Unken vorhergesagt haben: Es gibt den Dominoeffekt im nördlichen Teil Afrikas und kein Mensch kann derzeit wirklich wissen wohin die Reise geht.

Prinzipiell sind die Revolutionen zu begrüßen. Die Menschen sollten sich nicht von Regierungen ins Unglück stürzen lassen und sie sollten bereit sein für ihre Interessen zu kämpfen. Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass außer vielleicht den Moslembrüdern keiner ein Konzept für die Zukunft hat; und das ist äußerst gefährlich nicht nur für diese Region. Wer von den Akteuren steht für die Garantie des Friedens mit Israel?  Werden die Antizionisten und Antisemiten die Oberhand gewinnen? Dann sieht die Zukunft ziemlich schwarz aus.

Die Aufgabe der westlichen Politiker ist in dieser Stunde die Entscheider in Ägypten, Tunesien, Jemen und Jordanien im Sinne einer menschenrechtlichen und basisdemokratischen Politik zu unterstützen und ihre Gesellschaften dahin gehend aufzuklären.

Geschieht das nicht, könnte die von so vielen gut gemeinte Revolution zu einem bösen Erwachen führen.

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